Ausgefahren: Renault Clio V Experience TCe 100

Der Renault Clio ist von Deutschlands Straßen nicht mehr wegzudenken und mit der fünften Generation ist der Kleinwagen noch einmal gewachsen und erwachsen geworden. Dabei hat Renault keine Mühen und Kosten gescheut, um den kleinen Franzosen fit für die Zukunft zu machen: Eine neue Plattform, bessere Materialien, neues Exterieur und wesentlich mehr Technik sollen dafür sorgen, dass sich der Platzhirsch im B-Segment weiter behaupten kann.

Mehr Platz, mehr Komfort, einfache Bedienung

Im Vergleich zum Vorgänger hat der Clio V abgenommen und ist rund 12 Millimeter kürzer. Dank einer Neugestaltung des Innenraumes und der neuen CMF-B Plattform haben die Insassen und das Gepäck jedoch mehr Platz. So passen in den Kofferraum 340 Liter Gepäck. Zum Vergleich: Beim Clio IV waren es 300 Liter, ein VW Polo kommt auf 351 Liter. Wer mehr Gepäck mitnehmen muss, kann die Rücklehnen umklappen und so Platz für bis zu 1069 Liter schaffen. Eine ebene Ladefläche erleichtern das Be- und Entladen des Clios.

Vom besseren Platzangebot profitieren auch und vor allem die Insassen. Auch bei größeren Fahrern fehlt es nicht an Beinfreiheit und an das Dach stößt man auch nicht. Dank der nun höheren Mittelkonsole haben Passagiere mit längeren Beinen kein Problem mehr damit, dass das Knie über diese hinwegragt, was auf Dauer unbequem sein kann. Wer nicht allzu groß ist, kann auch im Fond bequem sitzen. Eng wird es jedoch, wenn vorne und hinten längere Menschen sitzen. In diesem Fall stoßen die Knie an die Rücklehne des Fahrers. Es empfiehlt sich daher, dass die längsten Personen vorne sitzen. Zudem sollte man die sich früh absenke Dachlinie bedenken.

Dank der Neuausrichtung des Cockpits und der Verwendung neuer Bedienelemente, lässt sich der Clio recht einfach bedienen. Als Fahrer kommt man blind an alle Schalter und auch die Bedienung des neuen Multimediasystems ist einfacher geworden. Dank einer logischeren Menüstruktur, dem großen Display, ausreichend großen Buttons und einem guten Kontrast lässt es sich gut bedienen. Allerdings: Die Schalterleiste, Drehregler der Klimaanlage und den Schaltknauf kennt man vom Dacia Duster II. Durch die Verwendung dieser Teile spart man im Konzern Geld. Dennoch wirkt alles stimmig.

Gute Serienausstattung

Experience ist zwar nach Life die zweitkleinste Konfiguration, bietet aber bereits eine gute Ausstattung: Klimaanlage (manuell), Lenkrad in Lederoptik, Spurhalteassistent, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Bremsassistent, LED-Scheinwerfer mit Lichtsensor, Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer und eine Verkehrszeichenerkennung, um nur einige zu nennen. Der Listenpreis liegt derzeit für diese Konfiguration bei 16.440 Euro.

Straffes Fahrwerk, präzise Lenkung

Wer den Clio V fährt, wird über das Fahrverhalten kaum etwas zu Meckern haben. Die Lenkung ist präzise, erlaubt Entsprechende Manöver und gibt dem Fahrer ordentliches Feedback. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, ohne jedoch bei etwas unebener Strecke durchgeschüttelt zu werden. Bodenwellen schluckt der Clio gut weg und in den Kurven neigt sich das Fahrzeug nicht zu starkt.

Flott unterwegs im TCe 100

Der TCe 100, der auch im Dacia Duster zum Einsatz kommt, ist für den Clio ausreichend dimensioniert. Der kleine Dreizylinder bietet ein maximales Drehmoment von 160 Nm, was bei 2750 U/Min anliegt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 187 km/h, was vollkommen ausreichend ist. Der Motor ist dank guter Dämmung recht leise und das für einen Dreizylinder typische unrunde Laufverhalten ist kaum festzustellen. Im Stadtverkehr und auf dem Land macht der mit seinen 100 PS ausreichend Dampf, Überholmanöver sind problemlos möglich. Allerdings merkt man: Der Motor will Drehzahl, wenn man beschleunigt. Bei größeren Beschleunigungen und bei Steigungen ist also runterschalten angesagt. Ab Tempo 160 wird der Motor jedoch trotz guter Dämmung unangenehm laut und die Musik muss lauter gestellt werden.

Wer jedoch ein Automatikgetriebe möchte oder hin und wieder einen Anhänger ziehen muss, sollte zum TCe 130 greifen. Dieser kommt serienmäßig mit einem Siebengang-EDC-Getriebe.

Auch für längere Strecken geeignet

Bequeme Sitze, ein guter Klang der Lautsprecher und intelligente Assistenzsysteme erlauben es, mit dem Clio auch durchaus längere Strecken zu bewältigen.  Hinzu kommt ein geringer Verbrauch (wenn man nicht mit einem Bleifuß unterwegs ist) und die gute Dämmung. Wer viel im Winter oder in kälteren Regionen unterwegs ist, sollte aber unbedingt eine Sitzheizung mitbestellen, welche nur optional verfügbar ist.

Fazit

Mit dem Clio V hat Renault alles richtig gemacht. Bessere Materialien, moderne Assistenzsysteme, ein schickes Design und ein angemessener Preis: Der Clio V hat alles notwendige, um die Erfolgsserie fortzusetzen. In Kombination mit dem Fahrverhalten ist der Clio V ein wirklich rundes Ding. Leider gibt es in Deutschland aber keinen Diesel. Wer häufig pendelt, muss also auf den kommenden Hybrid warten oder ein anderes Modell wählen. Auch die Auswahl, Qualität und Verarbeitung der Materialien überzeugt: Ob Renault Clio oder Audi A1: Man merkt kaum einen Unterschied.

Bilder: Renault

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