Nissan: Weniger Werke, weniger Modelle

Der japanische Automobilhersteller und Mitglied der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz Nissan hat bekannt gegeben, dass man sich von mehreren Werken trennen wird. Mit diesem radikalen Schritt will man nicht nur das eigene Unternehmen sanieren, sondern auch dem Partner Renault helfen, der aktuell in der Krise steckt und ums Überleben kämpft. Außerdem ist die Schließung ein Teil der Neuausrichtung der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz, die gestern in einer Pressekonferenz verkündet wurde.

Von diesem Schritt ist die spanische autonome Region Katalonien besonders hart getroffen, denn hier werden gleich drei Werke geschlossen: Sant Andreu de la Barca, Montcada i Reixac und Zona Franca (Barcelona). Die Schließung wird zum Verlust von ungefähr 3.000 direkten und 12.000 indirekten Arbeitsplätzen führen. Die Gewerkschaften gehen sogar von einer noch höheren Zahl aus: 20.000 Personen könnten laut deren Berechnung den Arbeitsplatz verlieren. Vor einigen Monaten haben bereits 600 Personen aufgrund einer Umstrukturierung ihren Arbeitsplatz verloren. Für das von der Corona-Krise stark gebeutelte Spanien ist das ein herber Schlag.

In den Werken werden unter anderem die Modelle Nissan Navara, Nissan e-NV200 und der Renault Alaskan, der auf dem Nissan Navara basiert, gebaut. In der Vergangenheit wurden zudem hier die Mercedes X-Klasse, die Verbrennungsversion vom Nissan NV200 sowie der Nissan Pulsar gebaut. Doch seit dem Verlust der Modelle ist die Auslastung der Werke gesunken. So wurden 2011 noch 140.000 Einheiten gebaut, aktuell sind es nur rund 40.000.

In Barcelona werden in Zukunft keine Nissans mehr gebaut.

Die Werke in Avila und Kantabrien werden nicht von den Schließungen betroffen sein, denn hier werden nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Komponenten gefertigt, die von anderen Partnern innerhalb der Allianz verwendet werden. Allerdings ist eines klar: Europa ist für Nissan nicht mehr der Kernmarkt und man wird seine Marktposition nach und nach verringern. Helfen soll das vor allem Renault. Konzentrieren will man sich vor allem auf den asiatischen und den nordamerikanischen Markt.

Nissan Europa-Präsident Gianluca von Ficchy sagte zur den Schließungen: „Wir haben eine lange Geschichte der Herstellung in Barcelona, daher wird der heute angekündigte Vorschlag für viele Menschen sehr schwierig sein. Im Rahmen des Konsultationsprozesses verpflichten wir uns, den Plan mit voller Transparenz und Respekt für alle Mitarbeiter zu diskutieren und werden uns die Meinungen der Vertreter unserer Mitarbeiter, Mitarbeiter und aller unserer Partner in Katalonien und in ganz Spanien anhören.“ Derzeit ist geplant, die Werke im Dezember 2020 zu schließen.

Auch bei den Modellen sind radikale Veränderungen geplant. So sollen bis 2023 rund 20% weniger Modelle angeboten werden. Konkret soll die Anzahl von 69 auf 55 Modelle gesenkt werden. Damit will man eine bessere Auslastung der Werke und ein einfacheres Management der Lebenszyklen erreichen. Der Lebenszyklus eines Modells soll dabei auf vier Jahre gesenkt werden.

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