Reise in die Vergangenheit: Der Dacia 1300

In den 1960er-Jahren beschloss die damalige rumänische Regierung, dem eigenen Volk ein modernes Auto anzubieten. Dafür wurden verschiedene Rahmenbedingungen festgelegt: Es sollte ein modernes Design haben, genug Platz für eine Familie bieten, günstig in der Produktion und der Anschaffung sein, sowie einen Motor, der nicht mehr als 1,3 Ltr. Hubraum hatte. Angebote kamen daraufhin unter anderem von Alfa Romeo, Fiat, Austin, DKW, Peugeot und noch einigen weiteren. Entschieden hatte man sich letztendlich für den Renault 12, welcher dann in Lizenz nachgebaut wurde.

Heckansicht vom Dacia 1300

Der erste Dacia 1300 lief im Jahre 1969 vom Band. Anfangs war er nur als 4-türige-Limousine verfügbar, ab 1973 kam auch ein 2-türiges Coupé und ein 5-türiger Kombi hinzu. Angetrieben wurden die Fahrzeuge von einem 1,3 Liter-Motor mit einer Leistung von 37-44 KW. Das reichte natürlich nicht aus, um irgendwelche Rennen zu fahren, doch für die Straßenverhältnisse in Rumänien und der rechtlichen Sowjetunion war die Motorisierung ausreichend. Exportiert wurden die Fahrzeuge unter anderem nach Kanada, Süd-Afrika, China, Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden und nach Nordkorea.

Ab 1973 wurde der Dacia 1300 auch in die DDR importiert. Anfangs erfreute er sich dort großer Beleibtheit. Das lag vor allem daran, dass der Dacia 1300 einer der wenigen angebotenen Fronttriebler mit Viertaktmotor war. Da allerdings die Verabeitungsqualität auch aufgrund der Mangelwirtschaft in den Folgejahren immer mehr abnahm, verebbte auch die Nachfrage. In den 1980er-Jahren wurde er als Folge nur noch sporadisch in die DDR importiert.

Da im Jahre 1978 der bestehende Lizenzvertrag mit Renault auslief und auch nicht verlängert wurde, wurden die nachfolgenden Modelle in Eigenregie weiterentwickelt und verbessert. Sie basierten jedoch noch alle auf dem Renault 12.

Der Dacia 1310 als Kombi

1979 präsentierte Dacia auf der Bukarest Auto Show ein Facelift vom Dacia 1300, welcher wenig später in Dacia 1310 umbenannt wurde. Erhältlich war er weiterhin als Limousine, Kombi und als Coupé. Ab 1983 gab es ein zweites Facelift. Hierbei wurde die Bezeichnung in Dacia 1310 TX und Dacia 1310 TLX (je nach Ausstattung) abgeändert. Zudem gab es die zusätzlichen Modellnummern 1210 und 1410, welche die Motorisierung angab. Erstmalig wurde auch eine Schrägheck-Limousine unter der Bezeichnung 1320 angeboten. Dieser hatte einen abgeänderten Kühlergrill und neue Rückleuchten, die später von einigen Modellen übernommen wurden. Die Schrägheck-Limousine war unter anderem bei Taxi-Fahrern beleibt, da diese genügend Platz für die Passagiere und das Gepäck bot. Ein drittes und letztes Facelift erfolgt 1989.

Erst am 21. Juli 2004 lief der letzte Dacia 1300 vom Band. Mit 1.959.730 hergestellten Fahrzeugen kann man den 1300 durchaus als “Volkswagen” Rumäniens bezeichnen. Abgelöst wurde er vom Dacia Logan.

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