Sind SUVs wirklich gefährlich?

Sport Utility Vehicle, kurz SUV, erfreuen sich immer größer werdenden Beliebtheit. Die Vorteile der Fahrzeuge liegen hier klar auf der Hand: Ein bequemer Einstieg, eine gute Rundum-Sicht, genügend Leistung um einen Hänger zu ziehen und Ausflüge aus unebenen Straßen sind auch kein Problem. Doch seit dem großen Unfall in Berlin, bei dem vier Fußgänger wegen eines in viel zu hohem Tempo von der Straße abgekommenen SUVs ums Leben kamen, stehen die Fahrzeuge in der Kritik. Doch ist diese wirklich berechtigt und sind diese Fahrzeuge wirklich eine Gefahr im Straßenverkehr?

Marktanteil steigt

Klar ist, dass der Marktanteil der SUVs in Deutschland seit Jahren steigt. Um die Geschwindigkeit des Zuwachsen beurteilen zu können, muss man sich nur einige Zahlen des KBA anschauen. So lag der Marktanteil in Juni 2014 bei rund 9,8 Prozent. Im Juni 2019 waren es bereits 21,2, Prozent. Somit ist rund jedes fünfte Fahrzeug in Deutschland bereits ein SUV. Zum Vergleich: Die Kompaktklasse (zum Beispiel VW Golf, Opel Astra oder Renault Mégane) kommt auf einen Marktanteil von 26,8 Prozent.

Was sagt die Unfallstatistik?

Theoretisch ist eines klar: Als Fahrer eines SUVs hat man bei einem Unfall eine bessere Überlebenschance als in einem Kleinwagen oder einer klassischen Limousine. Als Fußgänger oder Radfahrer hat man bei einem Unfall mit einem SUV schlechte Karten. Doch stimmt das tatsächlich und was sagt die Statistik dazu? Um es kurz zu sagen: Die Unfallstatistik ist unauffällig. So sind Fahrer von SUV laut dem statistischen Bundesamt für circa zwei bis dreieinhalb Prozent der Unfälle verantwortlich. Klarer ist da die Statistik zu den Unfällen mit Personenschaden: Laut der Statistik sind Unfälle mit Personenschaden von drei bis fünf Prozent von SUV-Fahrers verursacht worden. Zum Vergleich: Das ist weniger als der Anteil, den die SUVs am gesamten Autobestand haben. Somit ist ein SUV, was die Verursachung von Unfällen angeht, nicht gefährlicher als andere Fahrzeuge.

Entscheidend ist die Geschwindigkeit

Doch wie sieht es bei einem Unfall aus? Hier ist vor allem eines entscheidend: Die Geschwindigkeit. Dabei gilt grundsätzlich: Alles jenseits von 50 km/h ist für einen Menschen lebensgefährlich. Das lernt man bereits in der Fahrschule. Dabei spielt es keine Rolle, um welches Fahrzeug es sich handelt. Ein Kleinwagen, der 70km/h fährt, ist durchaus gefährlicher als ein SUV, welches mit 30 oder 40 km/h unterwegs ist. Für Fußgänger ist ein SUV ungefährlicher als ein Kleinwagen. Das liegt an der längeren Motorhaube. Hier ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Kopf auf die harten und verstärkten Kanten der Windschutzscheibe und A-Säule treffen. Die Insassen vom SUV profitieren hingegen von der größeren Masse und dem besseren Platzangebot.

Fazit

Ein SUV ist nicht per se gefährlicher als ein anderes Fahrzeug. Im Gegenteil: Die Insassen haben mehr Platz und profitieren von der höheren Masse. Passanten profieren von einem besseren Personenschutz, als zum Beispiel bei einem Kleinwagen. Hinzu kommt, dass nicht wirklich die Masse bei einem Unfall entscheidend ist, sondern die Geschwindigkeit.

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