WLTP – Was ist das eigentlich?

Jeder kennt sie: Die Verbrauchsangaben eines Autos. Und jeder weiß auch: Diese Werte sind nicht wirklich aussagekräftig, da sie oftmals falsch sind und nicht der Realität entsprechen. Das soll sich nun dank WLTP (Worldwide Light-Duty Vehicles Test Procedure) ändern.

Bereits seit September 2017 gehört der bisherige Test NEFZ der Vergangenheit an, abgelöst durch WLTP. Dieses einheitliche Testsystem, welches übrigens weltweilt gilt, soll deutlich realistischere Kraftstoffverbräuche und Abgaswerte ermitteln. Um das Ziel zu erreichen, werden die notwendigen Messungen unter realistischeren Bedingungen durchgeführt. Dazu gehört unter anderem eine höhere Geschwindigkeit, eine längere Teststrecke und vor allem die Berücksichtigung von Sonderausstattungen.

Zwar müssen bereits spätestens ab September 2018 alle Neufahrzeuge nach den WLTP-Kriterien getestet werden, doch hat man sich bei Renault/Dacia dazu entschieden, bis Ende 2018 alle Werte nach dem  NEFZ-Test anzugeben. Dazu werden die WLTP-Werte entsprechend konvertiert und umgerechnet. Ab dem 1.1.2019 werden nur noch die WLTP-Werte angegeben.

Um ein reelleres Ergebnis zu erzielen, wurden die entsprechenden Test-Merkmale angepasst. Dabei geht es vor allem um die Testdauer, die Teststrecke, die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Höchstgeschwindigkeit sowie die Standzeit.

NEFZ WLTP
Merkmale Zykluslänge (min)  20  30
Merkmale Strecke (km) 11 23,25
Merkmale Durchschnittsgeschwindigkeit (km/h) 34 46,6
Merkmale Höchstgeschwindigkeit (km/h) 120 131
Merkmale Standzeitanteil (%) 24 13
Ergebnisse Ein Ergebnis pro Modell/Motor/Getriebe, keine Berücksichtigung von Sonderausstattungen Pro Modell/Motor/Getriebe: Ein maximales Ergebnis, ein minimales Ergebnis, Sonderausstattungen werden berücksichtigt

(Bild und Daten: Dacia)

Wie man anhand der Tabelle erkennen kann, wurde die Dauer um 50% erhöht. Ein Testzyklus dauert nun 30 Minuten. Innerhalb dieser Zeit werden vier unterschiedliche Geschwindigkeiten gefahren, unter anderem auch 130 km/h, was der Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen entspricht. Daher erhöht sich auch die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 46,6 km/h. Durch mehrfaches Anfahren und Abbremsen wird Stadtverkehr simuliert. Auch neu ist, dass Sonderausstattungen berücksichtigt werden. Das ist wichtig, da sich durch diese unter Umständen das Gesamtgewicht erhöht – und damit auch der Verbrauch und Ausstoß.

 

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