Zusammengefasst: So will Renault wieder auf Kurs kommen

Der Renault-Konzern steckt in der Krise und kämpft um das eigene Überleben. Um wieder auf die Beine zu kommen und fit für die Zukunft zu sein, wird Renault verschiedene Maßnahmen ergreifen. Was genau Renault plant, haben wir hier kurz zusammengefasst.

Staatliche Hilfe

Um den Konzern aus der Klemme zu helfen, ist der französische Minister für Wirtschaft und Finanzen bereit, Renault einen Kredit in Höhe von rund fünf Milliarden Euro zu gewähren. Dieser soll es dem Konzern helfen, vor allem kurzfristige Engpässe zu überbrücken und Finanzierungen zu sichern. Um den Konzern längerfristig zu sanieren, sind viel mehr als nur die fünf Milliarden Euro notwendig.

Schließung von Werken und Umstrukturierungen

Um die Auslastung der Werke zu erhöhen und wirtschaftlicher zu arbeiten, werden unwirtschaftliche Werke geschlossen. Außerdem werden geplante Maßnahmen ausgesetzt und verschoben, Produktionslinien und Kompetenzen werden neu aufgeteilt. So werden in den Werken in Marokko und Rumänien Maßnahmen ausgesetzt, um die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Das Werk in Douai, wo derzeit der Talisman, Espace und Scenic gebaut werden, soll zum Zentrum der Produktion von Elektrofahrzeugen werden. Der Talisman und Espace sollen eingestellt werden. Im Werk von Cléon sollen in Zukunft Elektromotoren gefertigt werden, die im Werk Douai verbaut werden. Das Werk Choisy-le-Roi wird geschlossen, die Aufgaben ins Werk Flins verlegt. Das Werk in Maubeuge wird verkleinert und überschüssiges Personal verlegt. Maubeuge soll ein Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeuge werden, vor allem soll hier der neue Kangoo und der Mercedes Citan entstehen. Das Werk in Dieppe soll geschlossen werden (Produktionsort der Alpine).

Reduktion der Produktionskapazitäten

Um der sinkenden Nachfrage an Fahrzeuge gerecht zu werden, will Renault die Produktionskapazitäten reduzieren. von derzeit 4.000.000 Fahrzeugen sollen künftig lediglich 3.600.000 Stück gefertigt werden können. Vor allem soll dies Russland treffen, aber auch Rumänien wird die Produktion teilweise eingeschränkt bzw. nicht weiter ausgebaut, wie ursprünglich geplant.

Abbau von 15.000 Stellen

Die Schließung von Werken und die Reduktion der Produktionskapazitäten bedeutet vor allem eins: Ein massiver Abbau von Stellen. Aber auch im Marketing, in den Entwicklungsabteilungen und und in Subunternehmen werden Stellen gestrichen. Weltweit sollen so rund 15.000 Stellen gestrichen werden. 5.000 davon alleine im Heimatland Frankreich. Renault hat dabei öfters betont, dass man sich mit den Arbeitnehmervertretern austauschen werde, um den notwendigen Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Teilweiser Rückzug aus China

Renault hatte große Ambitionen, wenn es um den chinesischen Markt geht. Doch die Sterne standen von Anfang an schlecht für den Autobauer aus Frankreich. Renault war der letzte große europäischer Hersteller, der den Schritt nach China gewagt hat. Doch es war zu spät: Die Konkurrenz war einfach zu stark. Und so hat man sich bei Renault dazu entschlossen, sich teilweise aus China zurückzuziehen. Dazu werden die Anteile am Joint-Venture Dongfeng abgegeben und sich vom Werk in Wuhan getrennt. Gänzlich verschwinden wird die Marke Renault jedoch nicht vom chinesischen Markt, denn man will sich vor allem auf elektrische Nutzfahrzeuge konzentrieren. Fahrzeuge mit einem Verbrennermotor wird Renault in China nicht mehr vermarkten.

Neustrukturierung der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz

Auch die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz will sich neu strukturieren. So wird man sich die Märke verstärkt aufteilen. Während Renault vorrangig die Märke in Europa und Südamerika bedient, will sich Nissan auf Asien und Nordamerika konzentrieren. Außerdem will man Ressourcen, Entwicklungskosten und Personal einsparen, indem man ein “Leader-Follower-Prinzip” etabliert. Dies soll nicht nur bei der  Entwicklung von neuen Modellen, sondern auch bei Schlüsseltechnologien angewandt werden.

Zukunft der Marke Alpine ungewiss

Fans der Sportwagenmarke Alpine müssen stark sein. Über die Zukunft der traditionsreichen Marke hat sich Renault bislang noch nicht geäußert. Zwar soll das Alpine-Werk in Dieppe geschlossen werden, doch konnte die Produktion verlagert werden. Außerdem gibt es bereits Gerüchte über neue Modelle.

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